„Hol dir jetzt extra Münzen, wenn du dieses kurze Video ansiehst!“ – Solche Sätze kennen Kinder aus unzähligen kostenlosen Spiele-Apps. Was harmlos klingt, ist ein hochprofitables Geschäft mit der Aufmerksamkeit und den Daten unserer Kinder. In-App-Werbung stört nicht nur den Spielspaß, sie birgt echte Risiken in puncto Datenschutz und Weiterleitung auf ungeeignete Webseiten. Wie können Sie Ihr Kind davor schützen?
Warum In-App-Werbung gefährlich ist
Das primäre Problem vieler Gratis-Apps ist, dass sie keine echten Qualitätskontrollen für die eingeblendete Werbung haben. Ein Spiel, das ab 6 Jahren freigegeben ist, kann durchaus Werbeclips für drastische Shooter-Spiele ab 16 oder für vermeintliche Gewinnspiele („Du hast ein iPhone gewonnen!“) anzeigen. Oft sind die „Schließen“-Kreuzchen so klein und fies platziert, dass Kinder zwangsläufig darauf klicken und aus der App in den Browser geleitet werden.
Hinzu kommt das Ad-Tracking: Viele Apps sammeln im Hintergrund Daten darüber, wann und wie das Kind spielt, um ein Profil für noch personalisiertere Werbung zu erstellen.
Tipp 1: Der Offline-Trick
Ein extrem simpler, aber effektiver Trick für viele kleine Handyspiele (wie Jump-and-Runs oder Puzzle-Spiele), die keine aktive Internetverbindung für das Gameplay benötigen: Schalten Sie das Gerät vor dem Spielen in den Flugmodus. Ohne Internet kann die App keine neuen Werbeclips laden, und Ihr Kind spielt völlig ungestört.
Doch bedenken Sie, dass dann eine Rückverfolgung des Handys unter umständen nicht mehr funktioniert, da diese oft eine bestehende Internetverbindung benötigen!
Tipp 2: Premium statt Gratis
Wenn ein Spiel Ihrem Kind wirklich am Herzen liegt und ständig gespielt wird, prüfen Sie, ob es einen In-App-Kauf gibt, der die Werbung dauerhaft entfernt (oft für 2 bis 5 Euro). Das ist eine lohnende Investition in den Datenschutz und die Nerven Ihres Kindes. Alternativ: Greifen Sie von vornherein auf kostenpflichtige Spiele zurück, die gar keine Werbemechanismen eingebaut haben.
Tipp 3: Einen privaten DNS-Server (Werbeblocker) einrichten
Dies ist eine etwas fortgeschrittenere, aber geniale Methode. Bei Android-Geräten können Sie in den Einstellungen einen sogenannten „Privaten DNS“ eintragen (z. B. von Anbietern wie AdGuard). Dieser fungiert als eine Art Filter, der Werbeanfragen systemweit blockiert – auch innerhalb von Apps. So wird ein Großteil der Banner und Werbevideos gar nicht erst auf das Gerät geladen.
Fazit: Werbung reflektieren lernen
Da sich Werbung nicht immer hundertprozentig filtern lässt, müssen Kinder den Umgang damit lernen. Klären Sie Ihr Kind auf: Erklären Sie, dass der blinkende Button kein Teil des Spiels ist, sondern jemand damit Geld verdienen will. Zeigen Sie, wie man Werbung als solche erkennt und ignoriert.
Möchten Sie den Werbeblocker-Trick (Private DNS) selbst anwenden? In unserem Premium-Bereich veröffentlichen wir in Kürze eine detaillierte, bebilderte Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie Handys und Heimnetzwerke zentral von Werbung und Trackern befreien.












