Spiele-Launcher am PC kindersicher: Battle.net, EA App & Ubisoft Connect

Spiele-Launcher am PC kindersicher: Battle.net, EA App & Ubisoft Connect
🎧 Artikel anhören

Auf dem Spiele-PC deines Kindes wohnt nicht nur Steam. Wer Call of Duty oder Overwatch spielt, braucht Battle.net. EA SPORTS FC und Die Sims laufen über die EA App, Anno und Assassin’s Creed über Ubisoft Connect. Jeder dieser Launcher ist ein eigener kleiner Laden mit eigenem Chat, eigenem Shop – und zum Glück auch mit einem eigenen Eltern-Portal. Die sind erstaunlich gut geworden, kennt nur kaum jemand. Heute richten wir alle drei ein: Battle.net ausführlich (das Eltern-Portal mit Spielzeit-Plänen ist das stärkste der drei), die EA App gründlich, Ubisoft Connect kompakt.

Wenn du gerade nur das akute Problem lösen willst: Prüfe zuerst Kinderkonto, Chat, Käufe und Spielzeit. Genau dort entstehen beim Gaming die meisten Lücken. Zur passenden Übersicht.

Spiele-Launcher im Eltern-Vergleich Eltern-Portale am Spiele-PC – was jeder kann Battle.net WoW · Overwatch · Diablo · Call of Duty ★ Stärkstes Portal ✓ Spielzeit ✓ Chat ✓ Kauf-Sperre ✓ Bericht + Echter Wochenplan & Zeitlimits – das Glanzstück. EA App EA SPORTS FC · Die Sims Ab Werk dicht ✓ Spielzeit ✓ Chat ✓ Kauf-Limit ✓ Bericht ! Wallet-Guthaben & PayPal umgehen das Ausgabenlimit. Ubisoft Connect Anno · Assassin’s Creed · Rainbow Six Strenge Defaults ✗ Spielzeit ✓ Chat ✓ Kauf-Limit ✓ Bericht ! Keine Spielzeit-Limits – Family Safety ergänzen. medienstop.de ✓ ja  •  ✗ nein  •  ! Lücke beachten
Spiele-Launcher im Eltern-Vergleich: Battle.net, EA App und Ubisoft Connect.

Warum jeder Launcher eigene Regeln braucht

Hinweis zu den Praxisbildern: Die Grafiken sind vereinfachte MedienStop-Beispielansichten. Menüpunkte und Bezeichnungen können je nach Gerät, App-Version oder Konto leicht abweichen.

MedienStop-Praxisbild zu Spiele-Launcher am PC kindersicher: Battle.net, EA App & Ubisoft Connect: praxisablauf
Praxisbild: Die wichtigsten Schritte als vereinfachte MedienStop-Grafik.

Vielleicht hast du den PC deines Kindes schon mit Microsoft Family Safety abgesichert – sehr gut, das bleibt das Fundament. Aber Family Safety regelt die Gerätezeit: wann der PC läuft und welche Programme starten. Was innerhalb der Launcher passiert, sieht es nicht – wer mit deinem Kind im Voice-Chat spricht, welche Spiele es installiert, was es im Shop mit hinterlegter Zahlungsmethode kauft. Diese Ebene regeln nur die Launcher selbst. Die gute Nachricht: Alle drei großen Anbieter haben dafür inzwischen ordentliche Eltern-Werkzeuge – und alle drei folgen demselben Muster: Kinderkonto mit echtem Geburtsdatum anlegen, mit deinem Eltern-Konto verknüpfen, Regeln im Eltern-Portal setzen. (Steam hat das auch – dafür gibt es die eigene Steam-Anleitung.)

Battle.net: das Eltern-Portal mit Spielzeit-Plänen

Blizzards Launcher ist das Zuhause von World of Warcraft, Overwatch, Diablo und Call of Duty – also genau den Spielen, bei denen Spielzeit und Chat die großen Themen sind. Das Portal für Eltern ist entsprechend das ausgereifteste der drei:

  1. Kinderkonto anlegen: Beim Erstellen eines neuen Accounts wählst du den Weg „Für mein Kind“ (battle.net/account/creation/parent-signup.html). Hat dein Kind schon einen Account, meldest du dich damit in den Accounteinstellungen an und aktivierst unter „Elterliche Kontrolle“ → „Aktualisieren“ die Aufsicht. Verwaltet wird ab dann alles über das Eltern-Portal (account.blizzard.com/parent-portal) – mit deiner E-Mail-Adresse, dein Kind kann daran nichts ändern.
  2. Spielzeit-Pläne setzen – das Glanzstück: Im Bereich „Gameplay-Einstellungen“ legst du Zeitlimits fest (täglich, wöchentlich oder beides – bei Ablauf wird der Spielzugriff beendet) und zusätzlich einen echten Wochenplan: an welchen Tagen und zu welchen Uhrzeiten gespielt werden darf. Schulabend bis 19 Uhr, Samstag länger, Sonntagvormittag frei für die Familie – genau so etwas. Änderungen greifen innerhalb von etwa 30 Minuten, und die Limits gelten für alle Charaktere des Accounts.
  3. Chat zähmen: In den „Sozialen Einstellungen“ kannst du die Kommunikation komplett stummschalten (dein Kind sieht keinen fremden Text-Chat und hört keinen Voice-Chat) oder auf Battle.net-Freunde beschränken. Für Overwatch und Co. ist die Freunde-Stufe meist der Familienfrieden-Kompromiss: Mit der festen Spielgruppe reden ja, mit Fremden nein.
  4. Käufe sperren: In-Game-Käufe und Shop-Käufe lassen sich blockieren. Eine Lücke benennt Blizzard selbst ehrlich: Bereits vorhandenes Battle.net-Guthaben kann trotzdem ausgegeben werden – und Hearthstone-Käufe am Handy laufen über den App-Store, nicht über Blizzard. Guthaben deshalb bewusst dosieren (dazu unten mehr).
  5. Wochenbericht abonnieren: Die Option „Wöchentlichen E-Mail-Bericht erhalten“ schickt dir die Spielzeiten per Mail – derzeit vor allem für World of Warcraft. Unaufgeregter Überblick statt täglicher Kontrolle.

Gut zu wissen: Die elterliche Kontrolle endet bei Blizzard nicht automatisch mit 18 – die vollständige Aufhebung läuft über den Kundendienst. Und wie überall gilt: Das System hängt am ehrlichen Geburtsdatum. Ein heimlich angelegter Zweit-Account mit falschem Alter hebelt alles aus – das beste Gegenmittel ist, dass ihr darüber sprecht, bevor es dein Kind tut.

EA App: Kinderkonto, FC Points & Ausgabenlimits

MedienStop-Praxisbild zu Spiele-Launcher am PC kindersicher: Battle.net, EA App & Ubisoft Connect: elterncheck
Praxisbild: Kurz prüfen, ob die Regel wirklich im Familienalltag trägt.

Die EA App ist die Heimat von EA SPORTS FC – und damit der FC Points, einer der teuersten Versuchungen im Kinderzimmer. EA trennt nach Alter: Unter 16 gibt es nur das Kinderkonto (in Deutschland liegt das Mindestalter für ein eigenes Konto bei 16), von 16 bis 18 das Teenager-Konto.

  1. Kinderkonto anlegen: In der ausgeloggten EA App auf „Konto erstellen“, Land und das echte Geburtsdatum deines Kindes eingeben – die App fragt dann automatisch nach der E-Mail-Adresse der Eltern. Du bekommst eine Bestätigungs-Mail („Ja, ich bin erwachsen“, der Link gilt 10 Tage) und verifizierst dich einmalig. Ein eigenes EA-Konto brauchst du dafür nicht.
  2. Was das Kinderkonto automatisch sperrt: Eine angenehme Überraschung – kein Online-Spiel, kein Text- oder Voice-Chat, keine Käufe. Alles ab Werk aus. Spiele schaltest du als Elternteil einzeln frei. Für FIFA-Nachmittage gegen die Schwester auf der Couch reicht das völlig; Online-Modi gibt es erst mit dem Teenager-Konto.
  3. Teenager-Konto verknüpfen: Mit 16 bietet EA deinem Kind beim Anmelden das Upgrade an. Danach sind Online-Spielen, Chat und Käufe grundsätzlich möglich – aber das Ausgabenlimit steht standardmäßig auf 0 € und lässt sich nur erhöhen, wenn das Konto mit deinem Familienkonto verknüpft ist: EA App → Menü → Einstellungen → „Spielzeit der Familie“ → „Familienverwaltung“ → „Teenager-Konto hinzufügen“ (die Einladung gilt 24 Stunden).
  4. Zwei getrennte Geldhähne: In den Konto-Einstellungen (Tab „Familie“ → „Ausgabenbeschränkungen“) setzt du zwei Monatslimits: das „Spiel- und Erweiterungslimit“ (ganze Spiele, DLC) und das „Microcontent-Limit“ – das ist das wichtige, denn darunter fallen die FC Points. Für viele Familien sinnvoll: Spiele-Limit moderat, Microcontent auf 0 oder Taschengeld-Niveau.
  5. Die Lücke kennen: EA dokumentiert selbst, dass die Ausgabenlimits nur Kreditkartenkäufe zählen. Käufe aus dem EA Wallet (Guthaben) oder per PayPal laufen daran vorbei! Eine EA-Geschenkkarte ist also – anders als bei Apple & Co. – hier kein zusätzliches Limit, sondern ein Vorbeischleichweg am Limit. Bei EA gilt darum: Limits setzen und kein ungeplantes Wallet-Guthaben.
  6. Spielzeit & Wochenbericht: Unter „Spielzeit der Familie“ → „Verwalten“ legst du Spielzeit-Richtlinien für Wochentage und Wochenenden fest. Nach der Verknüpfung schickt EA dir automatisch einen wöchentlichen Familienaktivitätsbericht per E-Mail – Spielzeit und Ausgaben auf einen Blick.

Ubisoft Connect: das Familienzentrum (kompakt)

Ubisoft (Anno, Assassin’s Creed, Rainbow Six) regelt das Thema im Familienzentrum (account.ubisoft.com/parental-control) – und hat erfreulich strenge Voreinstellungen:

  • Kontotypen: Ein Ubisoft-Konto gibt es ab 7 Jahren; unter 16 ist es in Deutschland automatisch ein Kinderkonto, von 16 bis 18 ein Teenager-Konto. Die Umwandlung passiert von selbst am jeweiligen Geburtstag.
  • Ab Werk dicht: Beim Kinderkonto stehen Chat und Profil-Sichtbarkeit auf „Niemand“, das Ausgabenlimit auf 0, altersbeschränkte Inhalte sind gesperrt. Dein Kind kann Einstellungen nie lockerer stellen, als du sie vorgibst.
  • Anfrage-Prinzip: Will dein Kind ein gesperrtes Spiel aus der Bibliothek spielen, stellt es eine Anfrage – du erlaubst oder lehnst im Familienzentrum ab. Bei jedem Kauf im Ubisoft Store bekommst du eine E-Mail, dazu einen monatlichen Aktivitätsbericht.
  • Die eine Schwäche: Spielzeit-Limits bietet Ubisoft Connect nicht. Hier springt Microsoft Family Safety ein – mit App-Limits für die jeweiligen Spiele oder der PC-Gesamtzeit aus der Windows-Anleitung.

Was die Launcher nicht können – und was hilft

  • Keine Ladenkassen-Kontrolle: Anders als PlayStation- oder Microsoft-Store sind Battle.net, EA App und Ubisoft Connect nicht ans deutsche USK/IARC-Kennzeichensystem angeschlossen – eine harte Alterskontrolle wie an der Supermarktkasse gibt es dort nicht. Die USK-Einstufung eines Spiels findest du aber immer auf usk.de – ein kurzer Blick vor dem Freischalten lohnt.
  • Geld dosieren statt hinterlegen: Bei Battle.net funktioniert die Guthabenkarten-Taktik gut (Karte einlösen = überschaubare Dosis, keine Kreditkarte im Konto). Bei EA dagegen aufpassen: Wallet-Guthaben umgeht die Ausgabenlimits – dort lieber Limits niedrig halten und Guthaben nur gezielt und besprochen aufladen.
  • Das Drumherum nicht vergessen: Die PC-Gesamtzeit regelt Family Safety, das WLAN-Zeitbudget die FRITZ!Box – und Spiele wie Fortnite (Epic) haben noch einmal eigene Einstellungen. Das klingt nach viel, ist aber ein Baukasten: Jede Ebene fängt auf, was die andere durchlässt.
  • Einmal im Quartal nachschauen: Launcher-Updates bringen gern neue Funktionen (und neue Shops). Die drei Eltern-Portale haben alle eine Übersichtsseite – fünf Minuten pro Quartal reichen.

Häufige Fragen (FAQ)

Mein Kind spielt nur Call of Duty – brauche ich trotzdem das Eltern-Portal?

Ja, gerade dann: Call of Duty läuft am PC über Battle.net, und der offene Voice-Chat ist dort das Hauptthema. Mit dem Eltern-Portal beschränkst du die Kommunikation auf Freunde, setzt Spielzeit-Pläne und sperrst Käufe – alles an einem Ort, das Kind kann es nicht selbst ändern.

Reicht nicht Microsoft Family Safety für den ganzen PC?

Family Safety ist das Fundament: Es begrenzt, wann und wie lange der PC oder ein bestimmtes Spiel läuft. Aber es sieht nicht in die Launcher hinein – Chat-Einstellungen, Shop-Käufe mit hinterlegter Zahlungsmethode und Spiel-Freigaben regeln nur Battle.net, EA App und Ubisoft Connect selbst. Beides zusammen ergibt den runden Schutz.

Was ist mit den FC Points in EA SPORTS FC?

FC Points fallen unter das „Microcontent-Limit“ der EA-Familienverwaltung – setze es auf 0 oder ein festes Taschengeld-Niveau. Wichtig: Das Limit zählt nur Kreditkartenkäufe; Guthaben im EA Wallet und PayPal-Zahlungen laufen daran vorbei. Also kein Wallet-Guthaben „auf Vorrat“ aufladen.

Kann mein Kind die Kindersicherung umgehen, indem es ein neues Konto anlegt?

Technisch ja – ein Zweit-Account mit falschem Geburtsdatum ist bei allen drei Anbietern die klassische Hintertür. Spielstände, Skins und Käufe hängen aber am echten Konto, das bremst von allein. Am besten wirkt Offenheit: Dein Kind soll wissen, dass die Regeln verhandelbar sind – ein heimlicher Zweitaccount aber Vertrauen kostet.

Endet die elterliche Kontrolle automatisch mit 18?

Unterschiedlich: Bei Ubisoft wandelt sich das Konto an den Geburtstagen (16, 18) automatisch um. Bei EA wird das Upgrade ab dem Mindestalter aktiv angeboten. Bei Battle.net bleibt die elterliche Kontrolle bestehen, bis sie über den Blizzard-Kundendienst aufgehoben wird – das darf dein volljähriges Kind dann selbst anstoßen.

Fazit: Drei Portale, ein Nachmittag

Der Spiele-PC ist kindersicher, wenn jede Tür ihr eigenes Schloss hat: das Battle.net-Eltern-Portal mit seinen Spielzeit-Plänen, die EA-Familienverwaltung mit den zwei Ausgabenlimits (Microcontent!), das Ubisoft-Familienzentrum mit seinen strengen Voreinstellungen – und darunter Family Safety als Fundament. Mit echtem Geburtsdatum angelegt und einmal sauber verknüpft, läuft das System von allein; die Wochenberichte halten dich auf dem Laufenden, ohne dass du daneben sitzen musst. Zusammen mit der Steam-Anleitung ist die PC-Spielewelt damit komplett versorgt.

Erst alles zusammentragen, dann entspannt absichern: Hol dir die kostenlose Checkliste fürs kindersichere Zuhause.